Und für alle hier mein Umzugssong

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Tetris oder Das Umzugsschnitzel

Tag 2 im Powerpacking. Ich fühle mich wie in Essigreiniger gedipped und anschliessend in Staub gewälzt. Wie gut, dass der Herd schon abgeklemmt ist, ich könnte mich sonst glatt als Umzugsschnitzel braten.
Aber Herd ist bezahlt und stromfrei, der gute Käufer besorgt noch eben einen Kumpel, weil er mir nicht zumuten wollte, den Herd ins EG tragen zu müssen. Da tut auch der Preis nicht mehr weh und er freut sich doppelt, weil es die Serie aus der unsere Küchen stammen bei Ikea bald nicht mehr gibt (muss ich da auch nochmal was nachkaufen?).
Nebenbei spiele ich Tetris mit den Umzugskartons. Dauernd ist was im Weg. Dann muss der Flur frei werden, damit der Herd durch passt. Dann brauche ich aber den Staubsauger. Um die Vorhänge abzunehmen muss ich an einen Stuhl an und der Stuhl muss so gestellt werden können, dass ich an den Vorhang komme und jedes Mal muss ich erst was wegräumen.
Aber, meine Garderobe, exklusive Jacken, Wäsche, Schuhe, Strümpfe passt in 2 grosse Koffer. Ich bin mächtig stolz. Und irgendwie ist es ja auch schön zu wissen, dass alle Teile, die jetzt meine (naja, 20 werde es wohl werden) Kartons füllen sind handverlesen und ausgesucht.
Nun gut, ich täusche nicht weiter Müdigkeit vor und spiele wieder Tetris, bevor sich die Kartons bis an den Bildrand stapeln und es heisst: Game over!

Kurz mal nachgedacht…

Ist ja nicht so, als ziehe ich zum 1. Mal um. Wenn ich die 1-Koffer-Umzüge zu Studentenzeiten mitzähle, dann ist das nun mein 12. Umzug, Austauschsemester und mehrmonatige Auslandsaufenthalte nicht mitgerechnet. Als ich da so vorhin die Cupcakeförmchen in den Karton packte überkam mich doch tatsächlich ein wenig Wehmut. Ich packe wieder. Oder es war fast schon mehr ein ‚immer noch‘.
Mal in Zahlen: seit 15 Jahren bin ich in der Welt unterwegs, bei 12 Umzügen heisst das durchschnittlich alle 1,25 Jahre ein Umzug. Zwar erst die letzten beiden mit vollem Hausstand, aber aktuell reduziere ich den ja auch wieder auf ca 3/4.
Früher hatte ich es satt in möblierten Zimmern zu wohnen. Ich wollte endlich nach meinem eigenen Geschmack einrichten. Jetzt richte ich nach meinem eigenen Geschmack ein und fühle mich als hätte ich Ballast am Bein. 3 Menschen werden 1,5 Tage damit beschäftigt sein meinen Schrott von A nach B zu fahren und zu schleppen. Ich bin seit 1 Monat mit meinem Umzug beschäftigt und bis ich mich in Berlin wieder neu (nach meinem Geschmack) eingerichtet habe werden nochmal mehrere Monate vergehen. Dabei weiss ich jetzt schon, dass das ja gerade mal meine 1. Wohnung in Berlin ist und ich sicher nicht immer dort wohnen bleibe (also in der Wohnung, nicht Berlin, da gibt es schon so einen Plan mit ‚kommen, um zu bleiben‘).
Wie legt man sich eigentlich auf etwas fest?
(In Sex and the City ist das jetzt der Punkt, wo Carrie die Frage in den Laptop getippt hat und die Folge los geht.)
Umziehen und überall Leute kennen ist sicherlich cool. Ich kann ja mittlerweile in fast jedes Land fahren und sagen ‚da kenn ich wen‘. Problem ist aber auch, dass ich immer erst wo hinfahren muss, um alte Freunde zu sehen oder auch meine besten. Und dann auch gerne die Frage: ‚Na, Du bist jetzt 34, willst Du wirklich nochmal von vorne anfangen?‘ Bleibt die Frage, was vorne ist und vor allem was am Ende rauskommen soll.
Das wäre jetzt eine perfekte Überleitung zum Thema ‚Zielsetzung‘ bzw ‚Und wo sehen Sie sich in 5 Jahren?‘ Eine gute Freundin hat mich das mal gefragt und war ganz entsetzt, als ich sagte, dass ich 5 Jahre vorher noch nie gewusst habe, was ich 5 Jahre später tun werde. Ich wusste ja Weihnachten noch nichtmal, dass ich Ostern in Berlin wohnen werde.
Genauso wenig wie ich jetzt weiss, wie das Ende dieses Post sein soll oder was ich überhaupt sagen will (mein Deutsch LK Lehrer schlägt jetzt ob der fehlenden 3, erkennbaren Teile -Einleitung, Haupteil und Ende- die Hände über dem Kopf zusammen).
Vielleicht beendend sowas wie: ich habe auch gerade keinen Plan, warum ich wieder umziehen muss, was ich noch immer suche, ob ich vielleicht ‚ortsbindungsunfähig‘ bin oder einfach nur einer langen Linie von Nomaden entstamme und die europäische Großstadt sowieso total falsch für mich ist. Ich weiss nur, dass Berlin in meiner Vision ist.
(In Sex and the City ist das jetzt der Punkt an dem Carrie am Ende sexy gestyled einen New Yorker Bürgersteig entlang hüpft und mal wieder mit sich und der Welt 100% zufrieden ist *aaaawwwww*)

Tage bis zum Auszug: 11
Tage bis zum letzten Tag in Frankfurt: 19
Anzahl durchgestandener Umzüge: 11
Anzahl gepackter Kartons: 6 (oder so)
Anzahle neuer offener Wandlöcher: 3

Und ewig lockt der Karton…

Bin müde und unmotiviert. Der 3sat Thementag über das sonnige Monaco vom Sofa aus fühlt sich gerade viel verlockender an. Es sind noch 10 Tage bis zum Auszug, warum soll ich jetzt alles packen, nur damit es mir zwischen den Füssen steht?? Monacoreisen googlen macht mehr Spass. Allerdings nicht der Ausblick, dass aufgrund des Umzuges Reisen wahrscheinlich bis 2016 ausfallen. Und dann scheint ja auch noch die Sonne bei 20C.
Übergabetermin der Wohnung steht, Handwerker kommt und streicht. Ja, dann doch zum ‚Billigpreis‘, zu dem er erst am Telefon meinte ‚Waaas? Wieviel habe ich angeboten? €320 für 55qm, das ist ja viel zu wenig!‘ Stellte sich aber dann raus, dass es exklusive Bad und Decken doch ok ist. Ich mochte ja Holzdecken noch nie, auch wenn ich jetzt 3,5 Jahre mit ihnen gelebt habe, aber der Vorteil ist: du musst sie bei Auszug nicht streichen und Flecken von toten Insekten sieht man auch nicht 🙂
Wenn jetzt auch noch der Verkauf von Herd, Sofa, Kühlschrank, Couchtisch und Hochschrank fluppen würde, wär ich fast zufrieden.

Stresslevel: 1 von 100
Motivationslevel: -50 von 100
Anzahl gepackter Kartons: 6
Anzahl zugespachtelter Wandlöcher: 15

Alex‘ new city

Auf meinem Blog passiert ja nicht viel. Aber jetzt ziehe ich um. Und weil ich in die Stadt der Städte, die kreativste aller Kreativen, die coolste der Coolen, die freiste der Freiesten, die schönste der Schönsten ziehe, fühle ich mich spontan-inspiriert hier auch mal (wieder) aktiv zu werden. Wer in Berlin wohnt bloggt halt. Weil wir (‚wir‘! Ja, schon voll integriert! Seit wann bin ich so gruppenzugehörigkeitsgeil?) lifestyle-Optimierer sind und Zeit für sowas haben… (Meine Chefin bereut jetzt schon, dass sie mir den Transfer nach Berlin erlaubt hat.)

Ist kürzlich mal jemand umgezogen mit nem Unternehmen? Über so 500km? Ich hatte die tolle Idee so viel wie möglich abzuwerfen, ich verkaufe Bettgestell, Herd, Kühlschrank, 2 Küchenschränke, Sofa, Couchtisch, habe mind 2 fette IKEA Tüten voll Kleidung, Bücher und Modeschmuck an Oxfam gespendet, habe 1 blauen Sack voll Müll, eine weitere IKEA Tüte voller Geschenke für den Wertstoffhof. Und das, was alles unter dem Bett liegt, habe ich noch gar nicht angeschaut. Achso ja: 1 grossen Karton voller Küchenartikeln habe ich ans Frauenhaus gespendet. Und ich fühle mich immer noch wie ein Messi. Ich werde niemals meiner ideal-minimalistischen Lebensvorstellung gerecht werden. Das fängt schon in meinem Make up Täschchen an. Ja, auch Minimalisten tragen Make Up. In Nude-Tönen!

Morgen in 14 Tagen ist es also so weit. 3 fremde Menschen (wahrscheinlich Männer aus uns angrenzenden Staaten auf östlicher Nachbarschaftsseite) werden meine Sachen für 2 Tage in einen fremden Lkw laden und damit (gen Osten) wegfahren. Vielleicht ist bis dahin auch endlich der Mietvertrag da. Aber ich hatte schon einen Anruf von einem Handwerker, der in meiner Wohnung stand: ‚was fürn Jasherd wollen se denn da jetz?‘ Und einen Termin für die Wohnungsübergabe haben wir auch schon. Vielleicht ist das in Berlin so. Vielleicht war ich mit dem Satz ‚ich tue alles, damit ich diese Wohnung mieten kann‘ auch wirklich nur vertrauensvoll rüber gekommen. Oder vielleicht hat mein Versprechen ‚Sie erhalten jetzt jedes Jahr von mir eine Weihnachstkarte‘ bereits jegliche Lust auf weiteren Schriftverkehr mit mir ausgelöscht.
Gasherd. Wusstet Ihr, dass es jetzt Gasherde mit Ceranfeld gibt? Kein Scherz!

Aber meine grösste Frustration ist, dass es mein Wunschkennzeichen in Berlin nicht gibt. XK-9000 wird ab 23. April Vergangenheit sein. Und Berlin hat den ersten fetten Minuspunkt!!!! *lach*

Aus Main wird Spree (die Umstellung wird leichter fallen, als von Rhein auf Main). Aus Fechenheim wird Steglitz. A fährt ins dicke B.

Geduldsfaden: bereits gerissen
Stresslevel: 49 von 100
Anzahl gepackter Kartons: 3 (süß)
Anzahl bereits wieder geöffneter Kartons, weil doch noch was gebraucht wurde: 1

Ich würd ja gern…

…so viel schreiben. Ich habe mir schon eine Tastatur für mein iPad gekauft, aber ich bin ja so müde und nur unterwegs. Da muss das bloggen noch ein wenig warten. Geplant war morgen im Zug, aber nun fahre ich mit dem Auto. Vielleicht brauche ich ein voice-to-text Programm? Vllt hat mein Handy schon eins und ich weiss es gar nicht? Vielleicht gewöhne ich mich bald an die iPad Tastatur und will dann auf der Arbeit demnächst auch immer zwischendrin auf den Bildschirm tippen… 😉

Neue Route – Tag 60

So, es ist soweit, das ‚Nichtstun‘ hat ein Ende 🙂

Morgen schlage ich eine neue Route auf einem alten Weg ein 🙂 Ich kehre zurück in ein bekanntes Büro, an einen neuen Platz mit einer neuen Aufgabe. Ich freue mich sehr. Ehrlich. Nur anscheinend die Agentur für Arbeit nicht. Habe zwei Nachrichten versandt, dass ich ab dem 15.10. wieder arbeite und es kommt keine Rückmeldung. Aber ist ja nicht so, dass die Agentur viel agieren musste mit mir.

Nun, 2,5 Monate sind ins Land gezogen und nun stehen noch genau 2,5 Monate aus bis auch 2012 zuende geht. Manchmal habe ich das Gefühl ich habe sehr viel erlebt dieses Jahr, aber die Ausgangssituation hat sich überhaupt nicht verändert. Und dann gibt es doch wieder lichte Momente, in denen ich merke, dass vielleicht die äußeren Umstände nicht wirklich anders sind, aber doch die Gedanken und Gefühle dahinter. Und bekanntlich entwickelt sich ja im Aussen das, war wir im Inneren mit uns tragen.

Mein Wunsch oder meine Herausforderung für zumindest erstmal die nächsten 2,5 Monate bis Jahresende sind: Etwas vom ENTSPANNT- und LOSGELÖSTSEIN im Alltag beibehalten, mehr MACHEN und weniger nachdenken, ZUFRIEDEN und SELBSTBESTIMMT bleiben, mehr israelischen WEIN trinken, neue LEUTE kennenlernen, sparen für neue REISEN in 2013, mich nicht vom ‚keine-Zeit-Gedanken‘ fesseln lassen, mehr TANZEN gehen, mit LEICHTIGKEIT geniessen, EHRLICH SEIN, vor allem mit mir selbst, interkulturelle Trainings geben und mich den Themen widmen, die mir wirklich wichtig sind, DANKBAR sein für alles, was ist.

Ist das jetzt das Ende zum Neuanfang? Ich weiss ehrlich gesagt noch nicht, ob ich den Blog weiterführen werde. Vielleicht gibt es irgendwann ein neues Format im Rahmen von Coaching & Training, vielleicht gibt es auch demnächst weiterhin viel zu erzählen. Warten wir es einfach ab!

Zum Abschluss ein bisschen Musik für Euch aus dem neuen Album von Yasmin Levy, das -welch ein zu-Fall!- ‚Libertad‘, also ‚Freiheit‘ heisst!

Neue Route – Tag 48

Ihr fragt Euch sicherlich, wie es denn eigentlich bei mir weiter geht. Nun…

Letzte Woche gab es Termin bei der Agentur für Arbeit Nummer 3. Beantragung von Arbeitslosengeld. Sehr unspektakulär. Ich bin regelrecht enttäuscht. Nach einer 3monatigen Sperre wegen eigener Kündigung steht mir nun ab November Arbeitslosengeld zu. Und ich wundere mich jetzt echt nicht mehr, wieso manche Leute freiwillig einfach arbeitslos bleiben. Ich habe Bekannte, die arbeiten Vollzeit im Schichtdienst und verdienen weniger als mir monatlich zusteht für’s ‚Nichtstun‘. Gut, der Vergleich hinkt. Es hängt ja auch davon ab, was man vorher gemacht hat, welche Ausbildung man hat usw. Aber erschreckend ist es schon (nicht, dass mir so viel zusteht, sondern dass andere so wenig verdienen).

Nun gut. Ich bin ja ein großer Fan von netzwerken und so begab es sich, dass ich meine alte Firma, in der ich bis April 4 Jahre gearbeitet hatte besuchte. Mit meiner Ex-Vorgesetzten trank ich einen unverbindlichen Kaffee ohne Hintergedanken, denn zurück in den alten Job ist für mich undenkbar. Eine Woche später erhielt ich eine Email aus einer anderen Abteilung, für die ich mich noch während meiner Anstellung interessiert hatte, Bereich Staffing (für all die, die mit Neudeutsch noch nicht so vertraut sind: Personalbesetzung. In diesem Fall, Berater auf Projekte senden). Man hat mich auf dem Gang gesehen und in Erfahrung gebracht, dass ich zurzeit etwas Neues suche. Es gibt nun eine freie Stelle.
Einige Tage später sitze ich bei einem weiteren unverbindlichen Kaffee in meinem alten Büro. Eine Woche später sitze ich bei vielen unverbindlichen Kaffees in einem Interviewtag. Und nach 2 Wochen sind die Unverbindlichkeiten verbindlich geworden: Am 15.10., also an Tag 61 meiner ’neuen Route‘ werde ich wieder im Büro sitzen. In einer Aufgabe, die ich schon vor mehr als 1 Jahr angestrebt hatte, aber für die es damals einfach noch nicht Zeit war.

‚Easy way out‘ werdet Ihr sagen. Klar, ‚ohne Alternative sucht man gerne mal Asyl‘. Glaubt mir, ich habe lange darüber nachgedacht und ‚kopftechnisch‘ ist es nicht die Idealentscheidung, ABER:
Ich habe nach Abgabe meiner Kündigung gewusst, dass sich etwas ergeben wird. Dass ich nicht Tausende von Bewerbungen schreiben muss, dass es sich fügen wird. Dass es eine passende Tätigkeit sein wird, die mich langfristig gesehen unterstützt auf meinem Weg, auch, wenn sie mich vielleicht nicht direkt dorthin führt.
Und das Schönste: Nachdem ich den Gedanken aufgegeben habe in derselben Firma die Abteilung zu wechseln, nachdem ich alles los gelassen und mich etwas Neuem zugewendet habe, kommt es von ganz alleine zu mir.

Und ja, ich freue mich. Der Vertrag ist erstmal befristet, aber das macht es sogar noch leichter, denn dann kann ich mich -insofern das mein Wunsch sein sollte- auch entspannt und ohne schlechtes Gewissen umorientieren, je nach dem wie weit ich bis dahin auf meinem eigenen Weg gekommen bin oder welche Optionen sich bis dahin ergeben haben…

FAZIT: Bestellungen im Universum funktionieren also wirklich nach dem ‚bestellen – zurücklehnen – nicht weiter drüber nachdenken‘-Prinzip. Du sagst es, Du kümmerst Dich nicht mehr darum -Du lässt los- und es wird geschehen. Du ‚programmierst‘ sozusagen Deinen Kopf auf Dein Wunschendergebnis und lässt es geschehen. Umso mehr Du darüber nachdenkst, umso mehr Du versuchst zu intervenieren, selbst doch nochmal ’nachzuhelfen‘, umso mehr wird es schief gehen. Wir dürfen Vertrauen haben, dass das, was wir uns zu 100% wünschen, was wir einmal als Zielwunsch formuliert haben, auch wahr wird, wenn wir uns voller Vetrauen zurücklehnen, uns etwas anderem widmen und dem Universum die Zeit lassen unsere ‚Bestellung‘ zu bearbeiten.
Hachja.

Euch noch einen schönen Tag! 🙂