Neue Route – Tag 60

So, es ist soweit, das ‚Nichtstun‘ hat ein Ende 🙂

Morgen schlage ich eine neue Route auf einem alten Weg ein 🙂 Ich kehre zurück in ein bekanntes Büro, an einen neuen Platz mit einer neuen Aufgabe. Ich freue mich sehr. Ehrlich. Nur anscheinend die Agentur für Arbeit nicht. Habe zwei Nachrichten versandt, dass ich ab dem 15.10. wieder arbeite und es kommt keine Rückmeldung. Aber ist ja nicht so, dass die Agentur viel agieren musste mit mir.

Nun, 2,5 Monate sind ins Land gezogen und nun stehen noch genau 2,5 Monate aus bis auch 2012 zuende geht. Manchmal habe ich das Gefühl ich habe sehr viel erlebt dieses Jahr, aber die Ausgangssituation hat sich überhaupt nicht verändert. Und dann gibt es doch wieder lichte Momente, in denen ich merke, dass vielleicht die äußeren Umstände nicht wirklich anders sind, aber doch die Gedanken und Gefühle dahinter. Und bekanntlich entwickelt sich ja im Aussen das, war wir im Inneren mit uns tragen.

Mein Wunsch oder meine Herausforderung für zumindest erstmal die nächsten 2,5 Monate bis Jahresende sind: Etwas vom ENTSPANNT- und LOSGELÖSTSEIN im Alltag beibehalten, mehr MACHEN und weniger nachdenken, ZUFRIEDEN und SELBSTBESTIMMT bleiben, mehr israelischen WEIN trinken, neue LEUTE kennenlernen, sparen für neue REISEN in 2013, mich nicht vom ‚keine-Zeit-Gedanken‘ fesseln lassen, mehr TANZEN gehen, mit LEICHTIGKEIT geniessen, EHRLICH SEIN, vor allem mit mir selbst, interkulturelle Trainings geben und mich den Themen widmen, die mir wirklich wichtig sind, DANKBAR sein für alles, was ist.

Ist das jetzt das Ende zum Neuanfang? Ich weiss ehrlich gesagt noch nicht, ob ich den Blog weiterführen werde. Vielleicht gibt es irgendwann ein neues Format im Rahmen von Coaching & Training, vielleicht gibt es auch demnächst weiterhin viel zu erzählen. Warten wir es einfach ab!

Zum Abschluss ein bisschen Musik für Euch aus dem neuen Album von Yasmin Levy, das -welch ein zu-Fall!- ‚Libertad‘, also ‚Freiheit‘ heisst!

Neue Route – Tag 48

Ihr fragt Euch sicherlich, wie es denn eigentlich bei mir weiter geht. Nun…

Letzte Woche gab es Termin bei der Agentur für Arbeit Nummer 3. Beantragung von Arbeitslosengeld. Sehr unspektakulär. Ich bin regelrecht enttäuscht. Nach einer 3monatigen Sperre wegen eigener Kündigung steht mir nun ab November Arbeitslosengeld zu. Und ich wundere mich jetzt echt nicht mehr, wieso manche Leute freiwillig einfach arbeitslos bleiben. Ich habe Bekannte, die arbeiten Vollzeit im Schichtdienst und verdienen weniger als mir monatlich zusteht für’s ‚Nichtstun‘. Gut, der Vergleich hinkt. Es hängt ja auch davon ab, was man vorher gemacht hat, welche Ausbildung man hat usw. Aber erschreckend ist es schon (nicht, dass mir so viel zusteht, sondern dass andere so wenig verdienen).

Nun gut. Ich bin ja ein großer Fan von netzwerken und so begab es sich, dass ich meine alte Firma, in der ich bis April 4 Jahre gearbeitet hatte besuchte. Mit meiner Ex-Vorgesetzten trank ich einen unverbindlichen Kaffee ohne Hintergedanken, denn zurück in den alten Job ist für mich undenkbar. Eine Woche später erhielt ich eine Email aus einer anderen Abteilung, für die ich mich noch während meiner Anstellung interessiert hatte, Bereich Staffing (für all die, die mit Neudeutsch noch nicht so vertraut sind: Personalbesetzung. In diesem Fall, Berater auf Projekte senden). Man hat mich auf dem Gang gesehen und in Erfahrung gebracht, dass ich zurzeit etwas Neues suche. Es gibt nun eine freie Stelle.
Einige Tage später sitze ich bei einem weiteren unverbindlichen Kaffee in meinem alten Büro. Eine Woche später sitze ich bei vielen unverbindlichen Kaffees in einem Interviewtag. Und nach 2 Wochen sind die Unverbindlichkeiten verbindlich geworden: Am 15.10., also an Tag 61 meiner ’neuen Route‘ werde ich wieder im Büro sitzen. In einer Aufgabe, die ich schon vor mehr als 1 Jahr angestrebt hatte, aber für die es damals einfach noch nicht Zeit war.

‚Easy way out‘ werdet Ihr sagen. Klar, ‚ohne Alternative sucht man gerne mal Asyl‘. Glaubt mir, ich habe lange darüber nachgedacht und ‚kopftechnisch‘ ist es nicht die Idealentscheidung, ABER:
Ich habe nach Abgabe meiner Kündigung gewusst, dass sich etwas ergeben wird. Dass ich nicht Tausende von Bewerbungen schreiben muss, dass es sich fügen wird. Dass es eine passende Tätigkeit sein wird, die mich langfristig gesehen unterstützt auf meinem Weg, auch, wenn sie mich vielleicht nicht direkt dorthin führt.
Und das Schönste: Nachdem ich den Gedanken aufgegeben habe in derselben Firma die Abteilung zu wechseln, nachdem ich alles los gelassen und mich etwas Neuem zugewendet habe, kommt es von ganz alleine zu mir.

Und ja, ich freue mich. Der Vertrag ist erstmal befristet, aber das macht es sogar noch leichter, denn dann kann ich mich -insofern das mein Wunsch sein sollte- auch entspannt und ohne schlechtes Gewissen umorientieren, je nach dem wie weit ich bis dahin auf meinem eigenen Weg gekommen bin oder welche Optionen sich bis dahin ergeben haben…

FAZIT: Bestellungen im Universum funktionieren also wirklich nach dem ‚bestellen – zurücklehnen – nicht weiter drüber nachdenken‘-Prinzip. Du sagst es, Du kümmerst Dich nicht mehr darum -Du lässt los- und es wird geschehen. Du ‚programmierst‘ sozusagen Deinen Kopf auf Dein Wunschendergebnis und lässt es geschehen. Umso mehr Du darüber nachdenkst, umso mehr Du versuchst zu intervenieren, selbst doch nochmal ’nachzuhelfen‘, umso mehr wird es schief gehen. Wir dürfen Vertrauen haben, dass das, was wir uns zu 100% wünschen, was wir einmal als Zielwunsch formuliert haben, auch wahr wird, wenn wir uns voller Vetrauen zurücklehnen, uns etwas anderem widmen und dem Universum die Zeit lassen unsere ‚Bestellung‘ zu bearbeiten.
Hachja.

Euch noch einen schönen Tag! 🙂

 

Neue Route – Tag 17

Jetzt bin ich offiziell schludrig. Aber Ihr wisst ja, die inneren Prozesse, die freie Zeit, das Nichtstun…. Das ist echt aufwendig. Da komme ich nicht immer zum Schreiben 🙂

Die Woche war… interessant.

Am Donnerstag war eeeeendlich, eeeendlich mein 1. Termin beim Arbeitsamt -Entschuldigung- der Agentur für Arbeit (AfA). Man, was hatte ich mich gefreut, alle Dokumente besorgt, alles ausgefüllt. Ich war sogar pünktlich. Herr E., mein Betreuer dafür nicht. Computerprobleme, was dann auch dazu führte, dass wir in ein anderes Büro mussten und er gar keinen Zugriff auf meine Daten hatte. Ich hatte irgendwie erwartet, dass er Fragen stellen wird, damit er sich ein Bild machen kann von meiner Situation und wie ich in selbige geraten bin. Nein, er steigt ein mit ‚Und, wie läuft es bei Ihnen?‘
‚Sehr gut, Danke!‘
‚Ach, haben Sie schon was Neues? Wann fangen Sie an?‘
Ich sortiere mich kurz. ‚Äh nein, nichts Neues. Es läuft an sich gut‘

Kommunikationsschwäche I. Dann will er wissen wie weit ich denn bin mit der Suche nach einem neuen Job.
‚Hm, also nachher habe ich nochmal ein unverbindliches Gespräch bei meinem alten Arbeitgeber‘ (nicht dem letzten alten Arbeitgeber, sondern dem vorletzten, Anm. d Red.)
‚Achso? Dann haben Sie sich also im Guten getrennt?‘
‚Äh, ich trenne mich meist im Guten mit meinen Arbeitgebern‘
‚Achso? Haben Sie denn gekündigt?‘
‚Ja.‘
‚Achso. Und Geld bekommen Sie auch von uns…?‘
‚Nein, aber ich habe alle Dokumente dabei‘

Und nun erfahre ich, dass Herr E. ‚lediglich‘ mein Berater ist. Also der, der mir helfen soll, schnell wieder in einen Job zu kommen (weil er mich ja gut kennt *zwinker*) und dass sich komplett andere Leute um die Sache mit dem Geld (das ich eh erstmal nicht bekomme, was ich ja weiss) kümmern. Hierzu brauche ich einen weiteren Termin an anderer Stelle.

‚Hm, aber ich habe extra bis heute alle Dokumente besorgt und dass ich einen weiteren Termin machen muss, wusste ich nicht. Ich habe ja die Einladung zum Termin mit Ihnen bekommen, da ging ich nicht davon aus, dass ich noch etwas anderes vereinbaren muss!‘
‚Ja, also um die Geldberechnung kann ich mich nicht auch noch kümmern. Online fehlt auch noch Ihr Profil.‘
‚Wieso, meinen Lebenslauf habe ich doch eingetragen…?!‘
‚Nein, wir brauchen Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, damit wir uns ein gutes Bild von Ihnen machen können.‘ (Mir lag auf der Zunge zu sagen ‚Dann reden Sie doch einfach mit mir, wenn Sie sich ein gutes Bild machen wollen‘). ‚Ab wann denken Sie denn geht es bei Ihnen weiter…?‘

Also hellseherische Fähigkeiten und Kenntnisse besitze ich leider noch nicht, aber ich arbeite daran. Aber vielleicht kann man das online ja schon ausfüllen. Herrje.

‚Hm, also vor Oktober nicht.‘
‚Ach Gott, DAS dürfen Sie mir doch so nicht sagen!‘
‚Ok, dann vergessen Sie wieder, dass ich das gesagt habe.‘

Kommunikationsschwäche II. Und so war ich nach 10 Minuten wieder raus aus dem Leihbüro von Herrn E. Und enttäuscht. Mensch, ich mache ein Projekt aus der Sache hier, ich brauche da ein bisschen mehr aufregenden Input, sonst interessiert das doch keinen! 🙂

Agentur für Arbeit Frankfurt, 2. Stock

Nun gut, am 7.9. geht es weiter mit der Beantragung von Arbeitslosengeld, das mir eh erstmal nicht zusteht.
Weiter ging es dann mit einem Gespräch bei meinem vorletzten Arbeitgeber. (Ja, ich weiss, das ist verwirrend, wenn ich das so schreibe, aber ich nenne keine Namen). Der Bereich, in den ich gerne mal gewechselt hätte, hat nun was frei und man hat, auch nach 5 Monaten noch an mich gedacht. Wie schön. Und ich ziehe es ernsthaft in Erwägung. Auf dem Weg nach draussen begegnet mir noch eine andere Ex-Kollegin, die mir spontan noch eine Freelance Sache anbietet, als sie erfährt, dass ich ‚frei‘ bin. Ich hätte vielleicht noch den Rest des Tages am Empfang stehen bleiben sollen und vielleicht hätte man mir noch vier andere Sachen angeboten… *grins* Ich frage mich: Was will das Universum mir sagen?
Und das allerbeste: Letzte Woche dachte ich noch ‚Mensch, eigentlich müßtest Du die freie Zeit ausnutzen und nochmal nach Berlin fahren‘. Ihr müßt wissen, ich liebe Berlin. Ich war von Juli 2011-Februar 2012 einmal im Monat dort für eine Weiterbildung und habe mich so richtig, richtig verliebt. Als ich seinerzeit gekündigt habe fragten schon alle, ob ich denn nach Berlin ziehe 🙂
Lange Rede, kurzer Sinn: Für die oben erwähnte Position wird es einen Interviewtag in Berlin geben *breit grins*.

Nun ja.
Fazit: Ich habe los gelassen, den Job, das Geld, die Zeit, und mich komplett ins Ungewisse geworfen, immer darauf vertrauend, dass genau das Richtige passieren wird. Und nun bekomme ich fast zwei Jobangebote (nebenbei erwähnt: ich hätte auch schon am Flughafen anfangen können als Passagierbetreuer, aber €9/Std. brutto fühlte sich einfach falsch an. Also drei Jobangebote) und noch dazu mit einer Stelle, die ich mal angestrebt hatte (die aber nicht frei war) und bei einer Firma, bei der ich geldlich mehr als ‚abgesichert‘ wäre. Und das von ‚ganz alleine‘.
Meine letzte Stelle, die ich vor einem Monat verlassen habe, hat mich übrigens auch von ganz alleine gefunden. Ich hatte mich nicht beworben. Und auch, wenn es langfristig nicht das war, was ich gesucht habe, habe ich in vier Monaten dort so viel gelernt, dass ich in der Lage war mich auf dieses ‚Projekt‘ hier einzulassen.

Was ein zu-Fall! 🙂

Schönes Wochenende Euch!

Urlaub – Tag 11

Das Genervtsein ist wieder da. Als drücke ich irgendwo im Hirn einen Schalter. Unglaublich. Meine Freundin hat mir Ruhe verordnet. Nichtstun sozusagen. Und ich glaube, sie hat recht. Ich habe nicht gekündigt und mir eine Auszeit genommen, um jeden Tag unterwegs zu sein mit dem Gedanken ‚Ich habe ja Zeit, ich kann auch morgen noch an meinem Ziel arbeiten oder eine Bewerbung schreiben‘.
Nun also offiziell: Ab Samstagnachmittag (zuerst bringe ich noch einen Flohmarktverkauf hinter mich) keine Pläne mehr, keine Termine mehr. In den Tag hinein leben mit: Nichts!

Urlaub – Tag 10

Eine weitere Blockade, diesmal im Internet. O2 hatte da wohl leichte Probleme und ich somit keine Möglichkeit gestern abend noch einen Blogeintrag zu schreiben.
Lustig, das mit den Blockaden. Kaum wird Occupy Frankfurt geräumt, treten überall andere Blockaden auf. Naja, das Universum muss sich ja irgendwie ausgleichen.

Tjal, so viel zum Thema ‚Nichtstun‘. Gestern war ich den halben Tag in der Stadt, heute werde ich den halben Tag in Darmstadt sein, ich habe kaum was für den Flohmarktverkauf am kommenden Samstag organisiert. Kenne ich zu viele Leute? Habe ich zu viele Verabredungen? Bringt mich das weiter auf meinem Weg?
Also generell würde ich argumentieren, dass ich ja gerne unterwegs bin, also macht mich das glücklich. Zumal ich dabei auch immer liebe Menschen treffe und meistens guten Kaffee trinke und irgendwas Leckeres esse. Also doppelt glücklich. Und wenn ich glücklich bin, fluppen viele Dinge einfacher.

Oder?

Gleichzeitig trete ich mir virtuell in das Hinterteil und denke ‚Du hast diese Woche nichtmal nach Jobs gesucht!‘. ‚Du hättest die Liste mit einen To Dos schon längst abgearbeitet haben können!‘.
Druck und Stress. Lieber nicht so lange schlafen, sonst fühle ich mich womöglich noch faul. Irgendwas Sinnvolles machen heute. Aber was zählt als sinnvoll genug, das es mir den Tag am Ende voller Sinn erscheinen lässt. Was hat Sinn und was nicht? Wer legt das fest? Wieso kann ich nicht einfach rumliegen, lesen, entspannen und mich freuen, dass ich in der einmaligen Lage dazu bin?
Weil es in meinem Kopf keinen Sinn macht? Weil dann der Tag nicht sinnvoll verlebt ist?

‚Verleben‘. Auch so ein tolles deutsches Wort. ‚Ver-leben‘. Bei ‚ver-‚ denke ich an ‚vergessen‘, ‚verlassen‘, irgendwas mit Defizit, wo was fehlt. ‚Einen Tag verleben‘. Könnte dann auch bedeuten, dass man den Tag irgendwie rumgebracht hat, aber weder intensiv, weder  sinnvoll, noch glücklich.
Ich stelle also fest, dass das mit dem Nichtstun und dem Entspannen, mal abschalten, gar nicht so einfach ist. Und gleichzeitig denke ich ‚Ich bin teils überfordert mit dem bisschen Freizeitstress. Was sollen Leute sagen, die 60+ Stunden pro Woche arbeiten?‘
Ganz ehrlich: ich weiss es nicht und ich kann es mir auch nicht vorstellen. Selbst 40 Stunden pro Woche dasselbe tun finde ich anstrengend. Vielleicht waren meine Jobs zu wenig abwechslungsreich. Vielleicht bin ich zu verwöhnt.

Also, Ziel für den Rest der Woche: Aaaaaalles entspannt sehen und Nichtstun nichts tun sein lassen.

 

 

Urlaub – Tag 5

Da sitze ich so auf dem Sofa, esse Salat, überlege, was ich heute Abend anziehe und auf einmal drei Gedankengänge gleichzeitig:

1. Tue ich wirklich nichts, wenn ich nichts tue?
Ich habe heute morgen die brand eins zum Thema gelesen (nein, ich bekomme keine Provision dafür, dass ich so oft ‚brand eins‘ schreibe. Ich mag sie einfach nur. Wirklich. Aber wenn jetzt brand eins mit einem Probegeschenkabo um die Ecke käme, wäre das auch ok :-)). Das aktuelle Thema ist ja ‚Nichtstun‘ und dass sich manche schämen, wenn sie nicht arbeiten gehen, wenn sie nicht aufzählen können, wie viele Überstunden sie gemacht haben diese Woche, wenn sie sich nicht darüber definieren, wie fleissig sie diese Woche gewesen sind. Nichtstun bedeutet ja, dass man seinen Beitrag nicht leistet. Dass man ‚rumhängt‘ und sich mit Dingen beschäftigt, die einem womöglich noch Spaß machen. Aber was genau tue ich eigentlich, wenn ich nichts tue?
Ich bezeichne mich zwar aktuell als ‚Nichtstuer‘, aber ich liege ja nicht den ganzen Tag lethargisch auf dem Sofa. Und selbst wenn, auch das kann therapeutisch heilsam sein. Ok, also ich für meinen Teil lese (z Bsp die brand eins :-)), oder kümmere mich um „Rock Your Life!“, einem gemeinnützigen Verein, der Schülern aus Problemschulen Studenten an die Seite stellt für Coachings und Mentoring. Oder ich recherchiere mein Lieblingsthema im Internet: Kulturunterschiede, Bildungsreform, lese „Zenith“ oder britische Blogs auf „Flipboard“. Es macht Spaß, es ist relaxed und es geht mir gut dabei. Muss ich dafür schämen? Und unwillkürlich stellt sich mir die Frage: Welchen Mehrwert hat ‚Nichtstun‘ für mich und mein Umfeld? Was, wenn viele Menschen regelmässig, über längere Zeiträume ’nichts‘ täten? Ich schäme mich fast, jemandem zu sagen, dass ich freiwillig meinen Job gekündigt habe, um mich auf mich zu konzentrieren. Gleichzeitig finde ich es erschreckend, wie ich im Alltagsleben geplagt war von Hetze, dem stetigen Gefühl, nicht hinterherzukommen, nie genug Zeit zu haben für die Dinge, die mir Spaß machen, Zeit für mich. Lag das am Job, der mich nicht zufriedengestellt hat, lag es an mir und meinem unglaublichen Sinn für Ordnung und Planung? Genau DAS will ich gerade herausfinden!!

2. Wie sich alles ändert, wenn man tut, was man tief im Inneren spürt.
Dass ich einfach mir-nichts-dir-nichts kündige, war eine Entscheidung von 2 Tagen. Ich wusste nur noch ‚Ich muss hier raus!‘. Und der Wunsch war so groß, dass alles andere ein Verrat an mir selbst gewesen wäre. So krass das klingen mag. Ich stellte mir irgendwann selbst die Frage: „Was kosten mich 3-4 Monate ohne Arbeit?“. Na vielleicht €4000-5000? Das war also das Preisschild, dass an meinem Wohlbefinden hing. Und mir war sofort klar, dass ich €4000-5000 gerne in Kauf nehme. Das war der Preis meines letzten Umzuges inkl. Makler Provision und neuen Möbeln. Und der war ja auch eine richtige Entscheidung. Nun, heute ist Tag 5 nach der Ausführung meiner Entscheidung. Und wisst Ihr was: Ich bin entspannt. Ich habe keine Lust mehr auf Make-up. Ich habe weniger Appetit. Ich fühle mich wohl mit mir selber. Ich trage Sachen, die seit Monaten im Schrank hingen, weil ich mich nicht mehr wohl in ihnen gefühlt habe und denke ‚Das ist doch ein hübsches Teil, wieso ziehe ich das nicht mehr an?‘. Weil es seinerzeit irgendeinen Körperteil von mir betont hat, den ich nicht betont wissen wollte. Und gerade ist mir das alles egal. Wieso? Weil es mir gut geht. Mit mir. Weil ich etwas für mich getan habe, von dem ich wusste, dass es 100% richtig ist für mich, jetzt.
Ihr werdet sagen „Ja, aber nicht jeder kann mal eben €5000 in den Wind schiessen für ein bisschen Erholung und Selbstfindung!“ Da habt Ihr recht! Und wie der Transfer für verschiedene Lebensentwürfe aussehen könnte, DAS will ich herausfinden!!

3. Der Blog, der eigentlich nur das Projekt aufzeichnen sollte, wird zum roten Faden.
Eigentlich sollte der Blog nur eine Aufzeichnung von dem sein, was so passiert. Aber da ich immer im Hinterkopf habe, dass ich ja täglich etwas schreiben möchte, entwickeln sich interessante Gedankengänge in meinem Kopf, die das Projekt inhaltlich ganz von allein nach vorne bringen. Und dann schreibe ich es auf und während ich schreibe, macht es nochmal einen Schritt nach vorn. Es ist wirklich faszinierend. Ich blogge also nicht nur, weil es ein Projekt gibt, sondern ich habe auch ein Projekt, weil ich blogge!
(Ich verweise hier nochmal auf die Morgenseiten. Ich bin heute bei Tag 4 des Morgenseiten-Schreibens und bin jeden Tag überrascht, was wieder Neues herauskommt dabei. Ok, ich gebe zu, die Methode ist nichts für Schreibmuffel, ich schätze mal, dass Schreiben besonders für visuelle Menschen gut funktioniert, aber einen Versuch ist es allemal wert).

FAZIT: Tun! Machen! Anfangen! Los legen! Wartet nicht auf die perfekte Ausarbeitung eines Plans, macht es einfach, wenn Ihr einen Impuls habt. Der Rest entwickelt sich von allein. Jeder Tag wird anders, birgt etwas Neues und wenn Ihr 100% dahinter steht entwickelt es sich täglich von alleine weiter und automatisch in die richtige Richtung! Kein Risiko, sondern Überraschung! *tadaa*

Urlaub – Tag 4

Keine besonderen Vorkommnisse. Ich habe sogar eine Bewerbung verschickt. Und auf dem Balkon gefrühstück. In der Sonne.

Der brand eins Artikel zum Thema Nichtstun ist der Hammer. Und Martin Luther an allem Schuld.
Eigentlich hätte ich das wissen müssen, denn habe ich doch letztens erst in einem Kulturbuch über die Deutschen von der Entstehung unserer kulturellen Werte gelesen. Und dass die protestantischen Werte des Fleißes und des redlich Arbeitens bereits 1517 geprägt wurden. Also in Deutschland. 500 Jahre. Wie lange es wohl dauern wird, das wieder zu ändern…???
Statistisch gesehen arbeiten andere Länder (Bezüge zu aktuellen Begebenheiten sind rein zufällig, Frau Merkel), nicht weniger als wir, nur angeblich ‚weniger effizient‘. Ist das nun ein kultureller Unterschied?
Als ich damals 6 Tage in der Woche jeweils von 9.00h-19.00h in der Türkei gearbeitet habe, war das weniger anstrengend als 5 Tage in der Woche von 8.30h-17.30h und mehr Gehalt. Lag das allein daran, dass ich in der Türkei nicht im Büro, sondern am Strand war? Oder am Rakı? 🙂

Spannendes Thema. Muss elaboriert werden… aber nicht jetzt! 🙂

Urlaub – Tag 2

„Waas? Die duzen Sie?“

Arbeitsamt, Entschuldigung, Agentur für Arbeit (AfA) Teil I.
„Heute gibt es lange Wartezeiten!“ – „Wie lang ist denn lang?“ – „1 Stunde!“
…und dann komme ich nicht mal durch den 1. Artikel meiner brand eins zum Thema ‚Nichtstun‘.

Fr R., die meine Daten aufnimmt, kann nicht glauben, dass meine vorherige Firma mich in einem offiziellen Anschreiben (meiner Kündigungsbestätigung) duzt. „Du liebes bisschen!“ Süß. Aber sie findet toll, dass ich Türkisch lerne und fragt direkt an welcher Sprachschule.
Wenn ich die drei Anrufe nicht verpasst hätte, wären meine Daten schon im System. Welche drei Anrufe? „Sie wurden 3x angerufen und waren nie erreichbar!“
Ich denke nach. Einmal kann ich bestätigen, aber danach hat die AfA meine Daten auf meinen alten Kontakt von vor 6 Jahren geändert und natürlich eine alte Nummer angerufen, unter der ich gar nicht mehr erreichbar bin. „Sie hätten ja zurückrufen können!“ Hm, habe ich, aber da kam nur, dass die Nummer nur für abgehende Anrufe verwendet wird. Aber gut, alles meine Schuld, ich sehe es ja ein und ich muss endlich lernen mich dem System zu fügen *lach*
Immerhin sind meine Daten, die ich gestern abend noch mühselig eingetippt habe (jeden Eintrag aus dem Lebenslauf einzeln mit drop-down-Menüs) noch vorhanden.

Ich muss nun meine kompletten Bewerbungsunterlagen ausgedruckt einsenden. Ich frage mich wozu, aber versuche auch, mich nicht zu fragen und rede mir ein, dass es irgendwie Sinn machen wird in der Zeit des ‚papierlosen Büros‘. Gleichzeitig bekomme ich drei Mappen mit Dokumenten für die letzten beiden Arbeitgeber.

Fr R.: „Personalberater als Studienfach?“
Ich: „Nein, ich habe das nicht studiert.“
Fr R.: „Und wo steht hier Ihre Berufsausbildung?“
Ich: „Schauen Sie unter UWIC, Cardiff. Ich habe einen Bachelor in Touristik Management gemacht, steht da.“
Fr R.: „Sie haben doch gesagt, Sie haben nicht studiert!“
Ich: „Sie haben gefragt, ob Personalberater mein Studienfach war. Nein, das war es nicht. Ich habe die Frage nicht als allgemeine Frage nach meiner Berufsausbildung gesehen!“
Fr R.: „Also war das eine Akademie oder Fachschule?“
Ich: „Hm, neee, ich denke, es ist ein Äquivalent zu einer FH, ich habe im Ausland studiert.“
Fr R.: „Ist das dann ein Bachelor of Arts oder ein Bachelor of Science?“
Ich: „Na da steht doch BA, also Bachelor of Arts, sonst wäre es doch BSc.“

Auch schön:
Fr R.: „Bei XY haben Sie was genau gemacht?“
Ich: „Ich war Assistentin.“
Fr R.: „Für was?“
Ich: „Für einen Partner der Firma“
Fr R. hat Fragezeichen über dem Kopf und blättert vor und zurück.
Ich: „Sie können auch Sekretärin schreiben“
Fr R.: „Achso!“

Innerlich lache und weine ich zugleich und freue mich darauf diesen Blogpost zu schreiben!
Es wird eine schöne Zeit werden mit der AfA, eine lustige Zeit! Voller Fragezeichen in den Augen der Kollegen von Fr R.!

Zeit

„Manchmal habe ich so Panik, dass ich zu wenig Zeit für was haben werde, dass ich noch mehr Zeit damit verbringe mir Sorgen um die Zeit zu machen, als sie aktiv zu nutzen.“

– XK