Alex‘ new city

Auf meinem Blog passiert ja nicht viel. Aber jetzt ziehe ich um. Und weil ich in die Stadt der Städte, die kreativste aller Kreativen, die coolste der Coolen, die freiste der Freiesten, die schönste der Schönsten ziehe, fühle ich mich spontan-inspiriert hier auch mal (wieder) aktiv zu werden. Wer in Berlin wohnt bloggt halt. Weil wir (‚wir‘! Ja, schon voll integriert! Seit wann bin ich so gruppenzugehörigkeitsgeil?) lifestyle-Optimierer sind und Zeit für sowas haben… (Meine Chefin bereut jetzt schon, dass sie mir den Transfer nach Berlin erlaubt hat.)

Ist kürzlich mal jemand umgezogen mit nem Unternehmen? Über so 500km? Ich hatte die tolle Idee so viel wie möglich abzuwerfen, ich verkaufe Bettgestell, Herd, Kühlschrank, 2 Küchenschränke, Sofa, Couchtisch, habe mind 2 fette IKEA Tüten voll Kleidung, Bücher und Modeschmuck an Oxfam gespendet, habe 1 blauen Sack voll Müll, eine weitere IKEA Tüte voller Geschenke für den Wertstoffhof. Und das, was alles unter dem Bett liegt, habe ich noch gar nicht angeschaut. Achso ja: 1 grossen Karton voller Küchenartikeln habe ich ans Frauenhaus gespendet. Und ich fühle mich immer noch wie ein Messi. Ich werde niemals meiner ideal-minimalistischen Lebensvorstellung gerecht werden. Das fängt schon in meinem Make up Täschchen an. Ja, auch Minimalisten tragen Make Up. In Nude-Tönen!

Morgen in 14 Tagen ist es also so weit. 3 fremde Menschen (wahrscheinlich Männer aus uns angrenzenden Staaten auf östlicher Nachbarschaftsseite) werden meine Sachen für 2 Tage in einen fremden Lkw laden und damit (gen Osten) wegfahren. Vielleicht ist bis dahin auch endlich der Mietvertrag da. Aber ich hatte schon einen Anruf von einem Handwerker, der in meiner Wohnung stand: ‚was fürn Jasherd wollen se denn da jetz?‘ Und einen Termin für die Wohnungsübergabe haben wir auch schon. Vielleicht ist das in Berlin so. Vielleicht war ich mit dem Satz ‚ich tue alles, damit ich diese Wohnung mieten kann‘ auch wirklich nur vertrauensvoll rüber gekommen. Oder vielleicht hat mein Versprechen ‚Sie erhalten jetzt jedes Jahr von mir eine Weihnachstkarte‘ bereits jegliche Lust auf weiteren Schriftverkehr mit mir ausgelöscht.
Gasherd. Wusstet Ihr, dass es jetzt Gasherde mit Ceranfeld gibt? Kein Scherz!

Aber meine grösste Frustration ist, dass es mein Wunschkennzeichen in Berlin nicht gibt. XK-9000 wird ab 23. April Vergangenheit sein. Und Berlin hat den ersten fetten Minuspunkt!!!! *lach*

Aus Main wird Spree (die Umstellung wird leichter fallen, als von Rhein auf Main). Aus Fechenheim wird Steglitz. A fährt ins dicke B.

Geduldsfaden: bereits gerissen
Stresslevel: 49 von 100
Anzahl gepackter Kartons: 3 (süß)
Anzahl bereits wieder geöffneter Kartons, weil doch noch was gebraucht wurde: 1

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Urlaub – Tag 10

Eine weitere Blockade, diesmal im Internet. O2 hatte da wohl leichte Probleme und ich somit keine Möglichkeit gestern abend noch einen Blogeintrag zu schreiben.
Lustig, das mit den Blockaden. Kaum wird Occupy Frankfurt geräumt, treten überall andere Blockaden auf. Naja, das Universum muss sich ja irgendwie ausgleichen.

Tjal, so viel zum Thema ‚Nichtstun‘. Gestern war ich den halben Tag in der Stadt, heute werde ich den halben Tag in Darmstadt sein, ich habe kaum was für den Flohmarktverkauf am kommenden Samstag organisiert. Kenne ich zu viele Leute? Habe ich zu viele Verabredungen? Bringt mich das weiter auf meinem Weg?
Also generell würde ich argumentieren, dass ich ja gerne unterwegs bin, also macht mich das glücklich. Zumal ich dabei auch immer liebe Menschen treffe und meistens guten Kaffee trinke und irgendwas Leckeres esse. Also doppelt glücklich. Und wenn ich glücklich bin, fluppen viele Dinge einfacher.

Oder?

Gleichzeitig trete ich mir virtuell in das Hinterteil und denke ‚Du hast diese Woche nichtmal nach Jobs gesucht!‘. ‚Du hättest die Liste mit einen To Dos schon längst abgearbeitet haben können!‘.
Druck und Stress. Lieber nicht so lange schlafen, sonst fühle ich mich womöglich noch faul. Irgendwas Sinnvolles machen heute. Aber was zählt als sinnvoll genug, das es mir den Tag am Ende voller Sinn erscheinen lässt. Was hat Sinn und was nicht? Wer legt das fest? Wieso kann ich nicht einfach rumliegen, lesen, entspannen und mich freuen, dass ich in der einmaligen Lage dazu bin?
Weil es in meinem Kopf keinen Sinn macht? Weil dann der Tag nicht sinnvoll verlebt ist?

‚Verleben‘. Auch so ein tolles deutsches Wort. ‚Ver-leben‘. Bei ‚ver-‚ denke ich an ‚vergessen‘, ‚verlassen‘, irgendwas mit Defizit, wo was fehlt. ‚Einen Tag verleben‘. Könnte dann auch bedeuten, dass man den Tag irgendwie rumgebracht hat, aber weder intensiv, weder  sinnvoll, noch glücklich.
Ich stelle also fest, dass das mit dem Nichtstun und dem Entspannen, mal abschalten, gar nicht so einfach ist. Und gleichzeitig denke ich ‚Ich bin teils überfordert mit dem bisschen Freizeitstress. Was sollen Leute sagen, die 60+ Stunden pro Woche arbeiten?‘
Ganz ehrlich: ich weiss es nicht und ich kann es mir auch nicht vorstellen. Selbst 40 Stunden pro Woche dasselbe tun finde ich anstrengend. Vielleicht waren meine Jobs zu wenig abwechslungsreich. Vielleicht bin ich zu verwöhnt.

Also, Ziel für den Rest der Woche: Aaaaaalles entspannt sehen und Nichtstun nichts tun sein lassen.