Neue Route – Tag 47

…und wieder 1 Woche rum. Ich kann nur sagen: Das, was Ihr in Eurem Leben noch vor habt, tut es schnell, denn Ihr seht ja, wie die Zeit rast 🙂

Ich bin faul geworden, äh nein: Meine Faulheit ist nun so richtig rausgekommen und ich zeige sie *grins*.
Es gab während meines Urlaubs in Tirol (sehr schön da, echt empfehlenswert!) eine Wandertour. Wir hatten uns eine Route von einer Wanderseite aus dem Internet ausgedruckt und wollten über Almen, Wiesen, Kirchlein, Waldsteige wandernd das Wetter geniessen. So liefen wir bergauf und auf und auf… Nach ca. 1h hatte ich echt genug. Immer nur bergauf nervte mich total. Hinter jeder Kurve vermuteten wir ein Dorf, einen Abzweig, ein gerades Stück. Nichts kam, immer nur noch höhere Steigungen, ein weitere Kurve und noch mehr Wald. Ich musste ein gewisses Tempo halten und dachte, wenn ich jetzt stehen bleibe, gehe ich nie mehr weiter, auch, wenn ich meinen Wandergefährten so ein gutes Stück hinter mir liess. Ich schnaufte und keuchte, bis mir an der nächsten Ecke fast die Tränen in die Augen traten, als wieder nur eine weitere Steigung kam, wieder nur ein weiteres Stück Wald. 2h waren vergangen. Ich blieb stehen. Mein Weggefährte holte mich ein und blieb neben mir stehen. Wir schauten uns an und lachten, dann kramte er den Ausdruck der Route hervor und uns ging so langsam auf, dass wir falsch waren. Gut, jeder Weg führt irgendwohin, spätestens auf den Berg rauf und auf der anderen Seite wieder runter, also fluchten wir gemeinsam, scherzten, machten Fotos von der Horrorsteigung und kämpften uns weiter den Berg rauf.
Ich fragte mich bereits damals ‚Was hat das mit mir zu tun? Woher kenne ich das in meinem Leben?‘ Und ich kenne das sehr wohl. Ich bleibe gerne stehen. Nicht aus Faulheit, aber weil ich nicht so richtig weiss, wie es weiter geht. Bin ich noch richtig? Sollte ich lieber zurückgehen und den anderen Abzweig nehmen?
Einige Tage später wanderten wir wieder. Ich nahm einen anderen Weg als mein Weggefährte und kämpfte mich in knapp 1700m Höhe  eine -wie mir nach der ersten Tour erschien- ‚kleine‘ Steigung hoch. Ich konnte nicht mehr! Ich stand alleine auf dem Weg, schnaufte und schwitzte und dachte: ‚Was mache ich hier eigentlich? Scheiss Berge!‘  Und dann dachte ich: ‚Alleine ist das echt kackenschwer und macht Null Spaß!‘

Da war er, der springende Punkt. ‚Alleine‘. Und ich dachte: Vielleicht darf ich meine Vorhaben mit Menschen teilen bzw mir Menschen suchen, die mich motivieren, mit mir gehen oder mir sogar ab und an in den A**** treten. Das heisst nicht, dass ich es alleine nicht kann. Ich bin vielleicht einfach besser, wenn ich jemandem zeigen kann, dass ich es kann. Wenn ich jemandem an meinem Erfolg teilhaben lassen kann. Wenn ich vielleicht sogar durch meinen Erfolg jemanden mitreisse oder motiviere.
Hätte es auf der Steigung während Tour 1 nicht meinen Weggefährten gegeben, ich wäre nicht weiter gegangen. Ich wäre umgedreht und sofort zurück, fluchend. Aber auch er schwitzte und schnaufte, kämpfte sich weiter den Berg hoch und ich dachte ‚Wenn er nicht aufgibt, gebe ich auch nicht auf.‘ Und gemeinsam gingen wir weiter, ermutigten uns und machten blöde Witze über blöde Dinge.

Wie es weiter ging? Nun, wir stapften 2,5h den Berg rauf um in einem Dead End zu landen und mussten den ganzen Weg wieder runter 🙂 Bei der 2. Tour, die ich teils alleine ging, endete ich auf einer Alm, in der Sonne, mit Blick auf die Berge von unten und schätzte den festen, grasigen, Butterblumenboden unter mir 🙂

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Neue Route – Tag 39

Woah, ich lebe noch. 3 Wochen kein Eintrag, aber wie sagte eine liebe Freundin: ‚Es ist toll, dass Du nicht jeden Tag bloggst, so muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mal nicht lese‘. Das saß und so sind 3 Wochen rum. Ok, 7 Tage davon waren Urlaub.

Ich halte mich auch vorerst noch zurück und teile mit Euch heute einen weiteren Beitrag aus dem Zeit-zu-leben Newsletter No 625:

„Ein junger Schüler war für seinen besonderen Eifer bekannt. Er meditierte Tag und Nacht und wollte seine Übungen nicht einmal zum Essen oder Schlafen unterbrechen.
So wurde er immer dünner und dünner und auch die Erschöpfung nahm zu.
Der Meister rief ihn zu sich und riet ihm, langsamer vorzugehen und nicht zu viel von sich zu verlangen. Das aber wollte der Schüler nicht hören.
„Warum hast du es so eilig?“ fragte ihn da der Meister.
„Ich strebe nach Erleuchtung.“ sagte der Schüler. „Da habe ich keine Zeit zu verlieren.“
„Und woher weißt du, dass die Erleuchtung vor dir läuft, so dass du ihr hinterherlaufen musst?“ fragte ihn der Meister. „Es könnte doch auch sein, dass sie hinter dir ist und dass du nichts weiter tun musst, als stillzustehen…“

(Nach Feldman/Kornfield: „Stories of the Spirit“, leicht umgeschrieben)“

Morgen geht es weiter, versprochen.
Einen guten Wochenstart Euch!

www.zeitzuleben.de

Neue Route – Tag 1

So, es ist soweit. Heute ist mein 1. offizieller Tag, an dem ich nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis stehe. Mein Vertrag mit meiner alten Firma endete gestern. Ab jetzt: Nur ich!
Wie sich das anfühlt? Eigentlich wie Urlaub, nur noch ein Stück freier und entspannter, weil es vorerst kein Enddatum gibt. Nicht dieses ‚Hach, nur noch 2 Tage Urlaub und dann geht der Wahnsinn wieder los…‘ Eigentlich ein sehr geniales Gefühl 🙂
Probiert es doch mal aus! *grins*

Das Wort des Tages ist: Verantwortung.
Lustig, ‚ver-antworten‘. Also antworten. Antworten auf eine Aktion oder Handlung. Antworte ich gerne oder eher nicht? Antworten wir dann freiwillig, mit einer Re-Aktion oder erneuten Handlung? Tun wir das gerne?
Also ich dachte immer, ich bin gut mit Verantwortung. Aber ich glaube, bisher habe ich das nur im Rahmen einer Firma gelernt, wenn ich meine Handlungen im Rahmes eines Jobs ver-antworte. Da gibt es Regeln an die man sich halten kann, Standards, Prozeduren usw. Aber im eigenen Leben? Gibt es da Regeln und Prozeduren? Wenn ja, wann und wie habe ich diese festgelegt? Dienen sie mir oder sind sie eher hinderlich? Gehe ich da gerne in die Verantwortung oder meide ich eher verantwortungsvolle Dinge? Vielleicht sollte ich dann mal über meine Regeln und Prozeduren (=Muster) nachdenken und schauen, wie sie mich fördern oder hindern.
Und wie ist das bei Euch so? Was (ver)antwortet Ihr? Gerne oder ungerne?

Gebührend begehe ich diesen Tag mit einer runden Geburtstagsfeier in der Familie. Wie passend! Welch ein Zufall! 🙂

 

Urlaub – Tag 10

Eine weitere Blockade, diesmal im Internet. O2 hatte da wohl leichte Probleme und ich somit keine Möglichkeit gestern abend noch einen Blogeintrag zu schreiben.
Lustig, das mit den Blockaden. Kaum wird Occupy Frankfurt geräumt, treten überall andere Blockaden auf. Naja, das Universum muss sich ja irgendwie ausgleichen.

Tjal, so viel zum Thema ‚Nichtstun‘. Gestern war ich den halben Tag in der Stadt, heute werde ich den halben Tag in Darmstadt sein, ich habe kaum was für den Flohmarktverkauf am kommenden Samstag organisiert. Kenne ich zu viele Leute? Habe ich zu viele Verabredungen? Bringt mich das weiter auf meinem Weg?
Also generell würde ich argumentieren, dass ich ja gerne unterwegs bin, also macht mich das glücklich. Zumal ich dabei auch immer liebe Menschen treffe und meistens guten Kaffee trinke und irgendwas Leckeres esse. Also doppelt glücklich. Und wenn ich glücklich bin, fluppen viele Dinge einfacher.

Oder?

Gleichzeitig trete ich mir virtuell in das Hinterteil und denke ‚Du hast diese Woche nichtmal nach Jobs gesucht!‘. ‚Du hättest die Liste mit einen To Dos schon längst abgearbeitet haben können!‘.
Druck und Stress. Lieber nicht so lange schlafen, sonst fühle ich mich womöglich noch faul. Irgendwas Sinnvolles machen heute. Aber was zählt als sinnvoll genug, das es mir den Tag am Ende voller Sinn erscheinen lässt. Was hat Sinn und was nicht? Wer legt das fest? Wieso kann ich nicht einfach rumliegen, lesen, entspannen und mich freuen, dass ich in der einmaligen Lage dazu bin?
Weil es in meinem Kopf keinen Sinn macht? Weil dann der Tag nicht sinnvoll verlebt ist?

‚Verleben‘. Auch so ein tolles deutsches Wort. ‚Ver-leben‘. Bei ‚ver-‚ denke ich an ‚vergessen‘, ‚verlassen‘, irgendwas mit Defizit, wo was fehlt. ‚Einen Tag verleben‘. Könnte dann auch bedeuten, dass man den Tag irgendwie rumgebracht hat, aber weder intensiv, weder  sinnvoll, noch glücklich.
Ich stelle also fest, dass das mit dem Nichtstun und dem Entspannen, mal abschalten, gar nicht so einfach ist. Und gleichzeitig denke ich ‚Ich bin teils überfordert mit dem bisschen Freizeitstress. Was sollen Leute sagen, die 60+ Stunden pro Woche arbeiten?‘
Ganz ehrlich: ich weiss es nicht und ich kann es mir auch nicht vorstellen. Selbst 40 Stunden pro Woche dasselbe tun finde ich anstrengend. Vielleicht waren meine Jobs zu wenig abwechslungsreich. Vielleicht bin ich zu verwöhnt.

Also, Ziel für den Rest der Woche: Aaaaaalles entspannt sehen und Nichtstun nichts tun sein lassen.

 

 

Urlaub – Tag 4

Keine besonderen Vorkommnisse. Ich habe sogar eine Bewerbung verschickt. Und auf dem Balkon gefrühstück. In der Sonne.

Der brand eins Artikel zum Thema Nichtstun ist der Hammer. Und Martin Luther an allem Schuld.
Eigentlich hätte ich das wissen müssen, denn habe ich doch letztens erst in einem Kulturbuch über die Deutschen von der Entstehung unserer kulturellen Werte gelesen. Und dass die protestantischen Werte des Fleißes und des redlich Arbeitens bereits 1517 geprägt wurden. Also in Deutschland. 500 Jahre. Wie lange es wohl dauern wird, das wieder zu ändern…???
Statistisch gesehen arbeiten andere Länder (Bezüge zu aktuellen Begebenheiten sind rein zufällig, Frau Merkel), nicht weniger als wir, nur angeblich ‚weniger effizient‘. Ist das nun ein kultureller Unterschied?
Als ich damals 6 Tage in der Woche jeweils von 9.00h-19.00h in der Türkei gearbeitet habe, war das weniger anstrengend als 5 Tage in der Woche von 8.30h-17.30h und mehr Gehalt. Lag das allein daran, dass ich in der Türkei nicht im Büro, sondern am Strand war? Oder am Rakı? 🙂

Spannendes Thema. Muss elaboriert werden… aber nicht jetzt! 🙂

Urlaub – Tag 1

Zuhause.
So richtig angekommen ist es noch nicht. Ich bin müde, habe ausgeschlafen, aber habe das Gefühl, dass mir die letzten Wochen in den Knochen stecken.
Habe meine Finanzen sortiert, einmal tief eingeatmet und mir vorgestellt, wie ich nachts schweissgebadet aufwache und mir Sorgen mache. Ich habe ein paar Tausend Euro, die -wenn kein großer Autoschaden, kein kaputter Kühlschrank oder dergleichen dazwischen kommen- mind. 4 Monate reichen sollen. Naja, ’sollen‘ *lol*… Sie müssen…. Nein, Stop! Was haben wir im NLP-Kurs gelernt: ’sie dürfen!!‘

To do: Zielsatz für minimalen Geldverbrauch erarbeiten, verankern und manifestieren.

Pläne für die ersten Tage: Täglich meditieren. Jeden Morgen ‚Morgenseiten‘ schreiben. Debbie Ford’s ‚Dark Side of the Light Chasers‘ zuende lesen. Mindestens alle 2 Tage das Hörbuch von Pema Chödrön hören (Danke, Johannes!).

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Gestern gab es Blumen für mich….und Muffins von mir für die Kollegen.

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Im Auto gestern abend auf dem letzten Weg zurück vom Büro war ich einfach nur dankbar. Dankbar für die netten Menschen, die ich in den letzten 4 Monaten kennengelernt habe. Dankbar für die Erfahrungen, die ich in nur 4 Monaten gemacht habe. Dankbar dafür, dass ich endlich mal getan habe, was mein Bauchgefühl gesagt hat, auch, wenn mein Kopf dagegen war. Dankbar dafür, dass ich so viel Unterstützung, Zuspruch und Bewunderung für meine Entscheidung erhalten habe.
Dankbar für das Wissen und das Vertrauen, dass alles so wie es jetzt ist genau richtig ist und genau so ist, wie es das Universum für uns geplant hat!

Aber -first things first- jetzt gehe ich erstmal einkaufen! 🙂