Urlaub – Tag 5

Da sitze ich so auf dem Sofa, esse Salat, überlege, was ich heute Abend anziehe und auf einmal drei Gedankengänge gleichzeitig:

1. Tue ich wirklich nichts, wenn ich nichts tue?
Ich habe heute morgen die brand eins zum Thema gelesen (nein, ich bekomme keine Provision dafür, dass ich so oft ‚brand eins‘ schreibe. Ich mag sie einfach nur. Wirklich. Aber wenn jetzt brand eins mit einem Probegeschenkabo um die Ecke käme, wäre das auch ok :-)). Das aktuelle Thema ist ja ‚Nichtstun‘ und dass sich manche schämen, wenn sie nicht arbeiten gehen, wenn sie nicht aufzählen können, wie viele Überstunden sie gemacht haben diese Woche, wenn sie sich nicht darüber definieren, wie fleissig sie diese Woche gewesen sind. Nichtstun bedeutet ja, dass man seinen Beitrag nicht leistet. Dass man ‚rumhängt‘ und sich mit Dingen beschäftigt, die einem womöglich noch Spaß machen. Aber was genau tue ich eigentlich, wenn ich nichts tue?
Ich bezeichne mich zwar aktuell als ‚Nichtstuer‘, aber ich liege ja nicht den ganzen Tag lethargisch auf dem Sofa. Und selbst wenn, auch das kann therapeutisch heilsam sein. Ok, also ich für meinen Teil lese (z Bsp die brand eins :-)), oder kümmere mich um „Rock Your Life!“, einem gemeinnützigen Verein, der Schülern aus Problemschulen Studenten an die Seite stellt für Coachings und Mentoring. Oder ich recherchiere mein Lieblingsthema im Internet: Kulturunterschiede, Bildungsreform, lese „Zenith“ oder britische Blogs auf „Flipboard“. Es macht Spaß, es ist relaxed und es geht mir gut dabei. Muss ich dafür schämen? Und unwillkürlich stellt sich mir die Frage: Welchen Mehrwert hat ‚Nichtstun‘ für mich und mein Umfeld? Was, wenn viele Menschen regelmässig, über längere Zeiträume ’nichts‘ täten? Ich schäme mich fast, jemandem zu sagen, dass ich freiwillig meinen Job gekündigt habe, um mich auf mich zu konzentrieren. Gleichzeitig finde ich es erschreckend, wie ich im Alltagsleben geplagt war von Hetze, dem stetigen Gefühl, nicht hinterherzukommen, nie genug Zeit zu haben für die Dinge, die mir Spaß machen, Zeit für mich. Lag das am Job, der mich nicht zufriedengestellt hat, lag es an mir und meinem unglaublichen Sinn für Ordnung und Planung? Genau DAS will ich gerade herausfinden!!

2. Wie sich alles ändert, wenn man tut, was man tief im Inneren spürt.
Dass ich einfach mir-nichts-dir-nichts kündige, war eine Entscheidung von 2 Tagen. Ich wusste nur noch ‚Ich muss hier raus!‘. Und der Wunsch war so groß, dass alles andere ein Verrat an mir selbst gewesen wäre. So krass das klingen mag. Ich stellte mir irgendwann selbst die Frage: „Was kosten mich 3-4 Monate ohne Arbeit?“. Na vielleicht €4000-5000? Das war also das Preisschild, dass an meinem Wohlbefinden hing. Und mir war sofort klar, dass ich €4000-5000 gerne in Kauf nehme. Das war der Preis meines letzten Umzuges inkl. Makler Provision und neuen Möbeln. Und der war ja auch eine richtige Entscheidung. Nun, heute ist Tag 5 nach der Ausführung meiner Entscheidung. Und wisst Ihr was: Ich bin entspannt. Ich habe keine Lust mehr auf Make-up. Ich habe weniger Appetit. Ich fühle mich wohl mit mir selber. Ich trage Sachen, die seit Monaten im Schrank hingen, weil ich mich nicht mehr wohl in ihnen gefühlt habe und denke ‚Das ist doch ein hübsches Teil, wieso ziehe ich das nicht mehr an?‘. Weil es seinerzeit irgendeinen Körperteil von mir betont hat, den ich nicht betont wissen wollte. Und gerade ist mir das alles egal. Wieso? Weil es mir gut geht. Mit mir. Weil ich etwas für mich getan habe, von dem ich wusste, dass es 100% richtig ist für mich, jetzt.
Ihr werdet sagen „Ja, aber nicht jeder kann mal eben €5000 in den Wind schiessen für ein bisschen Erholung und Selbstfindung!“ Da habt Ihr recht! Und wie der Transfer für verschiedene Lebensentwürfe aussehen könnte, DAS will ich herausfinden!!

3. Der Blog, der eigentlich nur das Projekt aufzeichnen sollte, wird zum roten Faden.
Eigentlich sollte der Blog nur eine Aufzeichnung von dem sein, was so passiert. Aber da ich immer im Hinterkopf habe, dass ich ja täglich etwas schreiben möchte, entwickeln sich interessante Gedankengänge in meinem Kopf, die das Projekt inhaltlich ganz von allein nach vorne bringen. Und dann schreibe ich es auf und während ich schreibe, macht es nochmal einen Schritt nach vorn. Es ist wirklich faszinierend. Ich blogge also nicht nur, weil es ein Projekt gibt, sondern ich habe auch ein Projekt, weil ich blogge!
(Ich verweise hier nochmal auf die Morgenseiten. Ich bin heute bei Tag 4 des Morgenseiten-Schreibens und bin jeden Tag überrascht, was wieder Neues herauskommt dabei. Ok, ich gebe zu, die Methode ist nichts für Schreibmuffel, ich schätze mal, dass Schreiben besonders für visuelle Menschen gut funktioniert, aber einen Versuch ist es allemal wert).

FAZIT: Tun! Machen! Anfangen! Los legen! Wartet nicht auf die perfekte Ausarbeitung eines Plans, macht es einfach, wenn Ihr einen Impuls habt. Der Rest entwickelt sich von allein. Jeder Tag wird anders, birgt etwas Neues und wenn Ihr 100% dahinter steht entwickelt es sich täglich von alleine weiter und automatisch in die richtige Richtung! Kein Risiko, sondern Überraschung! *tadaa*

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